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Stockschießen wie in alten Zeiten

25 Mannschaften beteiligen sich am 2.Holzstockturnier der „Waldlerbuam“ auf dem Kurparksee

Über einhundert Eisstockschützen, Helfer und Organisatoren bringen beim Holzstockturnier der „Waldlerbuam“ emsiges Treiben auf den zugefrorenen Erlauzwiesler Kurparksee.


Mit seinen 80 Lenzen ist Kajetan Mittendorfer aus Pollmannsdorf ein erfahrener und immer noch begeisterter Eisstockschütze. Natürlich ließ er sich auch die Teilnahme am Holzstockturnier der „Waldlerbuam“ nicht entgehen.

Erlauzwiesel. Schon von weitem waren die laut dirigierenden Männerstimmen zu hören und beim näheren Hinkommen sah man die Stöcke übers blanke Eis flitzen − einmal in diese und dann wieder in die andere Richtung. 25 Mannschaften waren an diesem schönen Wintertag der Einladung des Trachtenvereins „Waldlerbuam Waldkirchen“ zum diesjährigen zweiten Eisstockturnier gefolgt und weit über einhundert Leute, einschließlich der Zuschauer, feuerten sich gegenseitig oder ihre Favoriten an.
„Mir ham, hint‘ anstelln, do eina muaßt, mast di an, jawohl jetzt ham ma wieda“, hießen da die nahezu beschwörenden Kommandos, aber gar manches Mal blieb es beim Wunschdenken und der Eisstock tat, was er wollte. „Geht eh immer ganz anders aus als wie man möchte“, brachte es einer lachend auf den Punkt und das macht ja auch den Reiz des „wilden Schießens“ aus.
Viele einheimische Moarschaften waren dabei, etwa die Kurpark Seeschützen, die FFW Ratzing 1 und 2, Mitterleinbach 1 und 2, die übrigens die Wanderpokalgewinner des Vorjahres sind, oder die zwei Mannschaften des Veranstalters, um nur einige zu nennen. Aber auch eine Reihe auswärtiger Stockschützen waren dabei, beispielsweise der Trachtenverein Jacking als Patenverein oder andere mit recht verwegenen Bezeichnungen wie „Die Meineid“ oder „Die Namenlosen“. Da konnte es nicht schaden, dass mit Sepp Zaglauer auch ein prädestinierter Schiedsrichter eingeteilt war. Waldlerbuam- Ehrenvorstand Franz Kindermann und vereinseigene fleißige Helferinnen und Helfer hatten alles bestens organisiert und hergerichtet, von der freundlichen Begrüßung und Mannschaftseinteilung über die gut präparierten Bahnen bis hin zur ausgezeichneten Bewirtung. Das sonnige und ruhige Winterwetter tat ein Übriges, um dieses Turnier unter strahlend blauem Himmel in der traumhaften Kulisse des zugefrorenen Erlauzwiesler Kurparksees für jeden Teilnehmer zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Viel Glück wünschte Franz Kindermann allen und viel Zielwasser und das brauchten die ehrgeizigen Schützen mit ihren eisenberingten Holzstücken auf den Natureisbahnen auch ganz besonders. Bis in die Abendstunden hinein dauerte es dann auch, stockschwingend, zielend, sich anmastend und wieder andere Stöcke wegschießend, um der „Daubn“ mit möglichst vielen Stöcken möglichst nahe zu kommen und so manches Mal musste dabei sogar das Maßband entscheiden, bis nach Halbfinale, Spiel um den dritten Platz und Finale endlich die Sieger feststanden.
So viel Konzentration und Bewegung an der frischen Luft machte aber Hunger und Durst und den galt es zunächst im Restaurant am See mit deftigen Speisen und dazu passenden Getränken zu stillen und schon am Abend stand fest, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein solches Holzstockturnier geben wird. Waren es 2010 noch 20 teilnehmende Mannschaften und heuer 25 , so können es 2012 locker 40 werden, meinten die Veranstalter schmunzelnd.  Denn der Kurparksee biete genügend Platz und beste Voraussetzungen nicht nur für ein paar Sieger sondern für lauter Gewinner bei dieser vergnüglichen Sportart.
Da stieß es jedoch von Seite der Veranstalter auf Unverständnis, dass wie bereits schon im Vorjahr auch heuer wieder der Wasserzulauf an der oberen Seeseite geöffnet war und sich Teile der tags zuvor präparierten Eisoberfläche fluteten. Die sich dadurch bildenden Wasserpfützen auf der Eisoberfläche sowie die Feuchtstellen unter der Schneedecke machten aber den Einsatz des vorsorglich bereitgestellten Rettungsgeräts nicht erforderlich.

Das sind die Gewinner

Im Restaurant am See, der Vereinsgaststätte der Waldlerbuam, ehrte Vorsitzender Marco Maier die Sieger des „wilden Schießens". Franz Brunner hatte bereits alle Ergebnisse sauber ausgewertet.
Demnach hatte sich die Mannschaft „FFW Ratzing 1“ als Tagessieger sowohl den Wanderpokal als auch ein Spanferkelessen für zwölf Personen redlich verdient. Der zweite Platz und eine Bewirtung für acht Personen gehörten den „Kurpark Seeschützen“, die Mannschaft „Restaurant Am See“ verdiente sich als Dritter einen weiteren Podestplatz und die Verpflegung für vier Personen. Mit der folgenden weiteren Platzierung für „FFW Ratzing 2“ zeigte die Ratzinger Wehr eindrucksvoll, dass sie nicht nur beim Löschen etwas drauf hat.
Insgesamt fünfzehn schöne Sachpreise vergab Marco Maier bei zünftiger Stimmung, Musik und Bewirtung. Auf unserem Bild sind die Bezwinger der Podestplätze: Die Sieger „FFW Ratzing 1“ mit dem Eisstock als Wanderpokal (vorne r.), die zweitplatzierten „KurparkSeeschützen“ (hinten r.) und die Mannschaft „Restaurant am See“ als Drittplatzierte (hinten l.) zusammen mit Waldlerbuam- Ehrenvorstand Franz Kindermann und dem amtierenden Vorstand Marco Maier (vorne v. l.).

2020  Trachtenverein Waldlerbuam Waldkirchen